‘Zeitgeist’ – antireligiöse Propaganda
Zeitgeist – ein Filmverriss
Im Religionsunterricht bin ich auf den Film „Zeitgeist“ aufmerksam geworden. Scheinber ist er sehr bekannt, ich war bislang noch nicht auf ihn gestoßen. Und weil ich ihn jetzt gesehen habe und furchtbar fand, schreibe ich mal ein paar Zeilen dazu:
„Zeitgeist“ ist der Name des von Peter Joseph produzierten Films da oben, der oft das Prädikat ‘Dokumentation’ erhält, es aber nicht verdient. Der erste Teil, auf den ich mich hier beziehe, behandelt das Christentum sowie Religionen und deren Ursprung allgemein.
Der Film mag vieles sein, aber eine Dokumentation ist er nicht. Bei der Betrachtung des Inhaltes fällt, sofern man den Film denn mit gesundem Menschenverstand hinterfragt, ziemlich schnell auf, dass einige wenige Wahrheiten mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten gemischt und die hin und wieder eingestreuten historisch korrekten Bezüge nicht konsequent zu Ende gedacht wurden. Hierzu ein einfaches Beispiel: Im Film wird behauptet, vor Weihnachten halte die Sonne ihren Höchststand für drei Tage, bevor sie am 25. Dezember wieder zu steigen beginne. Dies ist schlichtweg falsch, den niedrigsten Stand nimmt die Sonne zur Wintersonnenwende am 21.12. ein, worauf sie am 22.12. bereits wieder zu steigen beginnt. Dennoch ist diese These ein zentrales Argument in der Theorie Josephs.
Außerdem fragwürdig ist die Logik selbst, die mit diesen Behauptungen gestützt werden soll. Grob zusammengefasst behauptet der Film, das Christentum und außerdem viele andere Religionen seien auf eine Ausgangsreligion zurückzuführen, nämlich die altägyptische Religion des pharaonischen Ägyptens. Bis zu diesem Punkt stimmt die Argumentation weitgehend mit den historischen Tatsachen überein, da von Religion zu Religion jeweils einige Termine, Feste etc. übernommen wurden, um „Überläufern“ die Umstellung zu erleichtern, die historisch beweisbaren Fakten wurden allerdings übertrieben und aufgebauscht.
Darauf werden jedoch diese Lehren, Traditionen und Riten der „Urreligion“ in Zusammenhang mit astrologischen Theorien gesetzt, die – in einigen Fällen zumindest – schlichtweg falsch sind (s. oben). Der Film deutet an, die Astrologie sei eine „wahre“ Religion und das Zusammenspiel von Erde und Sonne für das Auftreten eines Messias verantwortlich (es gebe eine als Heiland beschriebene Person pro Zeitalter). Dies vermittelt den Eindruck, der Verlauf der Religionsgeschichte sei von einer nicht näher beschriebenen Macht oder Person geplant worden: „Zeitgeist“ stellt also eine klassische Verschwörungstheorie dar.
Da der Film darüber hinaus behauptet, Jesus sei eine Erfindung und es gebe keinen klaren historischen Beleg für seine Existenz (wieder falsch!) und außerdem Religionen als Verschwörung besagter Mächte bezeichnet, widerspricht er sich selbst: Religionen werden als Lügen dargestellt, also können auch keine Götter existieren. Um die Theorie des Filmes zu glauben, muss man jedoch zwangsweise an eine höhere Macht glauben, da dessen Aussage auf Astrologie, also einer Art von Vorherbestimmung, basiert. In der Geschichte dieses Planeten gibt es jedoch viel mehr Hinweise dafür, dass ihr Verlauf chaotisch ist, als dass es klare Anzeichen von feststehenden Gesetzen und Bestimmungen gibt.
Am Ende des Films wird letztendlich die Schlussfolgerung gezogen, dass Religion bereits viele Kriege verursacht habe und deshalb gefährlich sei. Der erste Teil dieser Aussage ist korrekt, diese Behauptung ist aber ein Paradebeispiel an nicht zu Ende gedachten Überlegungen und einseitiger Argumentation: Selbstverständlich wurden viele Kriege aus religiösen Motiven geführt. Außer Acht gelassen wurde aber die Tatsache, dass der bisher schlimmste Krieg der zweite Weltkrieg war. Auslöser dafür war die Ideologie des Nationalsozialismus, die Religion strikt abweist und versucht hat, sie zu unterdrücken.
Der Film berücksichtigt also nur diejenigen Aspekte, die seine Aussage unterstützen, versäumt aber eine ausgewogene objektive Darstellung.
Ein weiterer scharf zu kritisierender Punkt ist die Machart des Filmes: Unwahrheiten werden als Tatsachen dargestellt und (weitgehend) ohne Quellenverweise aneinandergereiht um den Zuschauer durch die Fülle an vermeintlichen Fakten zu erschlagen, die Kombination von Bildern und Musik erzeugt die zur Aussage passende Stimmung beim Zuschauer, dem nicht auffällt, dass Bilder, Grafiken, Musik sowie der zeitgleich wiedergegebene Wortbeitrag oft in keinem Zusammenhang stehen. „Zeitgeist“ manipuliert also genauso wie die Mächte die er ablehnt und arbeitet mit Effekthascherei.
Es ist nicht abzustreiten, dass der Film „Zeitgeist“ einige Denkanstöße liefert. Er tut dies aber auf eine Weise, die einem Propagandafilm erschreckend ähnlich ist.

ABER ER ÖFFNET DIR DIE AUGEN!
Oder auch nicht.