Jung will alle tauglichen Wehrpflichtigen einziehen

Wer in den vergangenen Jahren als tauglich für die Bundeswehr gemustert wurde, musste nicht immer damit rechnen, auch eingezogen zu werden. Das will Verteidigungsminister Franz-Josef Jung ändern. Weil die Volljährigkeit mehrerer geburtenschwacher Jahrgänge ansteht, sollen alle tauglich Gemusterten eingezogen werden.

Bitte?! Wie wäre es damit, die Wehrpflicht abzuschaffen? Wenn ich richtig informiert bin, ist es der Bundeswehr nicht gestattet, Grundwehrdienstleistende für Auslandseinsätze zu verwenden. Somit besteht die einzige Aufgabe der Wehrdienstler in der Verteidigung Deutschlands, was meiner Einschätzung nach jetzt und auch in absehbarer Zukunft nicht notwendig ist. Und würde es einen ernstzunehmenden Angriff auf Deutschland geben – man bedenke: Deutschland liegt mitten in Europa und ist von Bündnispartnern umgeben, außerdem Mitglied der EU, NATO und UNO – wäre dieser auch mithilfe von Reservisten und Wehrdienstlern nicht abzuwenden.

Wo also liegt der Sinn und Nutzen einer allgemeinen Wehrpflicht, außer in unnötigen zusätzlichen Kosten? Wäre es nicht wesentlich vernünftiger, einen verpflichtenden Zivildienst für Männlein und Weiblein einzuführen? Das wäre ein brauchbarer Dienst für die Gemeinschaft. Wie aber profitiert diese von einer Wehrpflicht? Garnicht, korrekt. Also verstehe ich absolut nicht, wieso junge Männer dazu gezwungen werden, diese neun Monate mit Soldatspielen zu verschwenden. Ich würde mich freuen, wenn mir das jemand erklären könnte ;-)

Jetzt muss ich mir noch sorgfältiger überlegen, wie ich mich um die neun Monate Verschwendung drücken kann. Toll.

[Quelle: WELT ONLINE]

~ von sputator am 29. März 2009.

3 Antworten to “Jung will alle tauglichen Wehrpflichtigen einziehen”

  1. Simon, damit hast du genau meinen Nerv getroffen.
    Ich halte die Wehrpflicht für genauso unsinnig wie du. Zum einem wird in Deutschland immer von Emanzipation gesprochen, hier greift die Emanzipation überhaupt nicht. Es werden nur Männer zum Dienst am Vaterlande eingezogen, Frauen könnten aber auch Zivildienst, oder – sofern sie es wünschen – bei der Bundeswehr dienen. Die von dir angesprochenen Kosten sind ein weiteres Thema. Grundwehrdienstleistende sind in keinster Weise für irgendeine kämpferische Handlung geeignet. Ihnen fehlt das nötige Fachwissen und Können, als dass sie auch nur in irgendeiner Art und Weise für einen ernsthaften Einsatz eingesetzt werden könnten. Somit kosten sie nur Geld und die „Ausbildung“ zum Soldaten ist nutzlos, weil die meisten Soldaten nach ihrem Wehrdienst ins zivile Leben übergehen. Es wäre viel sinnvoller wenigen freiwilligen Soldaten, die viel motivierter sind, einer besseren Ausbildung zu unterziehen.
    Des Weiteren halte ich den Wehr-/Zivildienst nur für eine Art legalisierte Zwangsarbeit, da man nicht die Wahl hat den Dienst abzulehnen. Womit wir zum nächste Thema kommen: die Musterung. Bei der Musterung werden etliche Daten über unser körperliches und seelisches Befinden gespeichert, was uns zu einem gläsernen Menschen werden lässt. Ich möchte nicht, dass jeder X-beliebige Musterungsarzt und das Kreiswehrersatzamt genau über mein Befinden wissen, denn das halte ich für moralisch höchst bedenklich. Man wird gemustert wie eine Maschine. Mängel und Stärken werden verzeichnet und anschließend entscheidet sich, ob man ausgemustert wird oder nicht. Folglich wird man als Ausgemusteter als schlechterer Mensch dargestellt, als eine „kaputte Maschine, die nicht mehr repariert werden kann“.
    Ach, ich könnte da jetzt noch Seiten zu drüber schreiben, aber ich muss mich mal wieder abregen, also geh ich mal nach draußen ^^

    PS: Ich habe jetzt nicht nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern geschaut, diese also bitte entschuldigen :P

  2. Ich würde zwar nicht so weit gehen wie du und den Wehrdienst als Zwangsarbeit bezeichnen, aber im Großen und Ganzen kann ich dir so zustimmen.

    Ein weiterer Punkt der mich stört, ist außerdem die Ungerechtigkeit, die mit der Wehrpflicht einhergeht: Wer ausgemustert wird, spart ein Jahr, welches ihn sonst vom Berufsleben trennt und was ihn auch gewissermaßen ein Jahresgehalt kosten würde – die Entlohnung bei der Bundeswehr oder im Zivildienst ist ja nicht gerade hoch.
    Das führt mich wieder zu meinem Vorschlag, den Grundwehrdienst abzuschaffen und für alle einen verpflichtenden Zivildienst einzuführen. Die davon profitierenden sozialen Einrichtungen freuen sich, keiner verliert mehr seinen Gleichaltrigen gegenüber ein Jahr in seiner Ausbildung/Weiterbildung/Berufseinstieg und ich kann endlich aufhören zu meckern.

    Schön wärs.

  3. Und mach dir keine Sorgen wegen deinen Fehlern ^^ sind doch fast keine drin

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